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Konzept

Städte und Regionen profitieren, wenn es gelingt, vorhandenes Wissen zusammen mit der Wissenschaft als Standortvorteil zu entwickeln. Dabei helfen aktive bereichsübergreifende Netzwerke und eine integrative Wissenskommunikation. Beispiele dafür finden sich in vielen der Städte, die am Wettbewerb Stadt der Wissenschaft teilgenommen haben.

In Lübeck, Stadt der Wissenschaft 2012, hat die Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen die Idee zur Science Scorecard entwickelt. In der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband wird das Konzept nun im Rahmen eines praxisbezogenen Forschungsprojektes weiterentwickelt und gemeinsam mit Dr. Iris Klaßen umgesetzt.

Das Grundprinzip ist bekannt aus dem Sport: Auf Scorecards werden Leistungen von Sportlern und Mannschaften festgehalten. Daraus ergibt sich ein facettenreiches Profil, das sich mit den Profilen anderer vergleichen lässt und sich im Zeitverlauf entwickelt. Auch zahlreiche in der Wirtschaft gebräuchliche Scorecard-Methoden dienen der Entwicklung und Bewertung übergeordneter Profile und Strategien.

Die Science Scorecard betrachtet regionale Strategien zur Standortentwicklung mit der Wissenschaft. Dafür berücksichtigt sie eine Vielzahl von Akteuren, Teilprozessen und Zielen, deren Komplexität eine ganz eigene Herangehensweise erfordert. Neben quantitativen werden auch qualitative Daten herangezogen, um Potentiale und Erfolge der wissenschaftsorientierten Stadt- und Regionalentwicklung vor Ort zu erfassen. Sie beschreiben unter anderem strategische Ansätze, Transferaktivitäten, regionale Netzwerke, aber auch Willkommenskulturen oder die regionale Sichtbarkeit der Wissenschaft.

Format - die Science Scorecard

Die Ergebnisse des Projektes werden in Form einer Science Scorecard dargestellt. Sie fasst Profile und Prozesse der wissenschaftsorientierten Stadt- und Regionalentwicklung zusammen und besteht aus drei Komponenten:

  • Die Science Scorecard liefert einen Überblick über die Ergebnisse. Sie bündelt die Faktoren der wissenschaftsorientierten Stadt- und Regionalentwicklung für jede Region und ordnet sie vor dem Hintergrund der Gesamtgruppe ein. Wissensstandorte sehen auf einen Blick ihre Stärken und Herausforderungen. Es entsteht kein Ranking, sondern ein jeweils ein eignes regionales Profil.

  • Mit der Detailanalyse können die quantitativen und qualitativen Faktoren bezogen auf die regionalspezifischen Zielsetzungen ausgewertet werden. Die Akteure können anhand dieser Faktoren ihre Strategien und Maßnahmen überprüfen und mit ihrem Profil nach innen und außen werben.

  • Zusätzlich entsteht mit der Entwicklung von Empfehlungen aus der Analyse und einer damit korrespondierenden Vermittlung von Praxisbeispielen ein Instrumentenkasten, der lokalen Akteuren Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Stadt und Region gezielt verfügbar macht und auch den interregionalen Austausch anregt.

Nutzen

Mit der Beteiligung am Projekt Science Scorecard verfolgen regionale Akteure drei Ziele:

  • regionale Profile mit starkem Wissenschaftsbezug noch besser verständlich und sichtbar machen,

  • Strategien und Handlungsoptionen zu ihrer Entwicklung überprüfen und auf einer validen Entscheidungsbasis anpassen,

  • im Austausch und Vergleich mit anderen Wissensregionen dazulernen und sich passende Instrumente aneignen.

Teilnehmer

Die Science Scorecard wendet sich an Städte und Regionen, für die Wissen und Wissenschaft wesentliche Standortfaktoren sind und die ihre Entwicklungsplanung gezielt darauf ausrichten, diese auch zu fördern. Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen engagieren sich gemeinsam. Dazu zählen Politik, Stadtverwaltung, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Stiftungen, Wirtschaftsverbände und Unternehmensvertreter, Standortmarketing, Wirtschaftsförderer u.a.m.

In der ersten Entwicklungsrunde beteiligen sich 13 Wissenschaftsstandorte. Diese Runde hat eine Laufzeit von 18 Monaten und endet im Dezember 2015. Im Anschluss werden Projekt und Methodik weiterentwickelt und mit weiteren Standorten fortgeführt.

Team


Dr. Gero Stenke
Leiter und Geschäftsführer der SV Wissenschaftsstatistik GmbH
T: (0201) 8 401 426
E-Mail senden: gero.stenke@stifterverband.de


Kooperationspartnerin:
Dr. Iris Klaßen
Leitung Wissenschaftsmanagement Lübeck
T: (0451)707 826 20
E-Mail senden: iris.klassen@wissen-luebeck.de

Beirat

Prof. David B. Audretsch, Ph.D., Indiana University

Dr. Elke Becker, Deutsches Institut für Urbanistik

Dr. Christof Eichert, Herbert-Quandt-Stiftung

Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund

Dr. Iris Klaßen, Wissenschaftsmanagement Lübeck

Prof. Dr. Ulf Matthiesen, Humboldt-Universität Berlin

Dr. Christian Rammer, ZEW Mannheim